Viele Wege führen nach Rom: So nutzen Sie Windows auf Ihrem Mac

Gastbeitrag von Kurt Schmucker, Senior Product Manager, Parallels

Mac versus Windows – eine Diskussion, die wohl nie ein Ende finden wird. Aber selbst eingefleischte Mac User kommen irgendwann an den Punkt, an dem sich der Einsatz von Windows oder eines anderen Betriebssystems als sinnvoll erweist.

Beispielsweise dann, wenn ein Programm nicht für das Apple Betriebssystem existiert oder Windows Anwendungen wie Office, Access und Quicken ausgeführt werden sollen.

Um Windows unter Mac OS X zu installieren und entsprechend den eigenen Bedürfnissen und Anforderungen einzusetzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Dual-Boot mit Mac Boot Camp

Seit Apple vor elf Jahren die erste Version von Boot Camp herausgebracht hat, ist es möglich, Windows auch auf dem Mac zu nutzen. Windows wird hier auf einer separaten Partition installiert, sodass sich der Nutzer nach der Installation zwischen dem Windows Betriebssystem und dem macOS X entscheiden kann. Um zwischen den beiden Systemen hin und her zu wechseln, ist jedoch ein Neustart des Macs nötig. Die Installation selbst erfolgt schnell und problemlos: Boot Camp unterstützt den User bei der Partitionierung der Festplatte und bringt die notwendigen Gerätetreiber für Windows gleich mit.

Boot Camp ist eine systemeigene, kostenlose Softwarekomponente, die bereits in macOS enthalten ist. Sie ermöglicht dabei die Verwendung von zwei komplett eigenständigen Betriebssystemen auf einem einzigen Mac. Die Windowsoberfläche kann genauso genutzt werden, als wäre sie auf einem Windowsrechner installiert. User, die außerdem viel Wert auf 3D Grafiken liegen, sind mit Boot Camp gut bedient. Wird Bootcamp auf dem Mac installiert, werden die Windows Treiber für die Grafikarten gleich automatisch mitgeliefert.

Auf der Kontraseite steht jedoch, dass der Mac, um zwischen den beiden Systemen zu wechseln, stets neu gestartet werden muss. Eine eigene Windowslizenz ist außerdem rechtlich notwendig. Auch ist es nicht möglich, mehr als zwei Betriebssysteme zu installieren.

Mit dem Update auf macOS v10.14 Mojave tritt bei einigen Macs ein weiteres Problem auf: So verweigert der iMac 27 Zoll (Oktober 2012), ausgestattet mit einer 3 Terabyte-Festplatte, die Installation von Mojave, wenn eine Boot Camp Partition für ein weiteres Betriebssystem angelegt ist. Wer dennoch Mojave verwenden möchte, muss zunächst die Partition für das zweite Betriebssystem sichern, mit dem Boot Camp Assistenten löschen und dann erneut installieren. Ein einfacherer Weg Windows zu nutzen, ist hier sicherlich, auf eine Virtualisierungslösung umzusteigen.

Windows als virtuelle Maschine

Um beispielsweise zwei Betriebssysteme zu nutzen, empfiehlt sich die Installation von Virtualisierungssoftware wie Parallels Desktop für Mac. Der große Vorteil: das Zweit-OS und die dazugehörigen Programme können direkt von der macOS Oberfläche gestartet werden.

Wenn der User also auf ein bestimmtes Programm zugreifen möchte, muss er nicht extra seinen Mac neu starten, so wie es beim Einsatz von Boot Camp der Fall wäre. Windows Apps laufen in diesem Fall parallel zu den Mac Applikationen.

Ist Boot Camp bereits installiert, lässt sich die vorhandene Windows Boot Camp Partition mit der geeigneten Lösung problemlos in eine virtuelle Maschine konvertieren. Aber auch der Einsatz von verschiedenen Windows und Linux Versionen oder anderen Betriebssystemen ist problemlos möglich. Dadurch, dass das gesamte virtuelle System in einer einzigen Datei gespeichert wird, ist es außerdem kinderleicht, die Datei auf einen anderen Mac zu kopieren und dort weiterzuarbeiten. Der User ist damit um einiges flexibler als mit Boot Camp.

Da bei virtuellen Maschinen auch meist die Hardware virtuell ist und der Prozessor dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird, sind aufwändige 3D-Anwendungen, Spiele oder ähnlich rechenintensive Software nur bedingt lauffähig. Zusätzlich fallen Kosten für das Virtualisierungsprogramm sowie eine Windows Lizenz an.

Achtung: Die virtuelle Maschine enthält eine vollständige Windows Version mit allen Stärken und Schwächen. Dementsprechend brauchen Sie hier unbedingt einen eigenen Virenscanner!

Windows kompatible Laufzeitumgebungen

Wine ist ein Nachbau der Windows-API, der viele Windows Programme unter verschiedenen Betriebssystemen wie Linux oder macOS lauffähig macht. Mit den Anwendungen Forks WineBottler und CrossOver können Windows Programme aber auch unter Mac OS X genutzt werden.

Der Vorteil: Windows kompatible Laufzeitumgebungen können ohne eine Windows Installation verwendet werden, der User benötigt also keine Windows Lizenz, geschweige denn dass er dem Betriebssystem Platz auf der Festplatte einräumen muss. Gerade ältere Programme können problemlos auf OS X betrieben werden und nach einmaliger Einstellungsanpassung direkt im Apple OS gestartet werden. Der Nachteil liegt in der Kompatibilität. Gerade neue, große Programme funktionieren nur bedingt oder gar nicht. Vor allem bei Multimedia und 3D-Grafiken gibt es größere Inkompatibilitäten. Auch das erste Einrichten der Programme ist für Laien zu kompliziert.

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